Love can’t turn around – Die Story



Album Tipp:

Als erster House-Music-Titel, der jemals die Charts eroberte,
ging „Love can’t turn around“ in der Version von Farley Jackmaster Funk, in die Musikgeschichte ein. Hier die Geschichte zum Song.
„Now this is how it started…“

Das Original

Der Original Song: „I can’t turn around“ von Isaac Hayes erschien 1975 auf dem Album: Chocolate Chip

Original Songtext und Video anzeigen

1. Cover Version

Steve Silk Hurley hat 1985/86 eine Cover-Version davon veröffentlicht.
Diese Version ist erschienen auf dem Sampler: Ron Hardy – Muzic Box Classics Volume Two (Label: Partehardy Records, Catalog#: PARTEHARDY-01)

Später erschienen als Neuaufnahme unter dem Namen J.M.Silk (=JackMaster Silk) mit den Vocals von Keith Nunnally.
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2. Cover Version

Kurz darauf erschien der Song in der Version von Farley Jackmaster Funk & Jesse Saunders und der kraftvollen Stimme von Darryl Pandy. Jetzt unter dem Namen „Love can’t turn around“.

Vince Lawrence hat hierfür neue Lyrics geschrieben.
Now this is how it started
My dreams all broken-hearted
Yet I want you, baby


In einem Video-Interview erzählt Vince die Geschichte zum Text anzeigen


Songtext und Video „Love can’t turn around“ anzeigen

Jesse Saunders berichtet:

„Farley wollte auch endlich eine eigene Platte machen. Sein Freund Steve Hurley hatte eine Houseversion von Isaac Hayes „I can’t turn around“ gemacht, und wie immer gab es zuerst nur ein paar Tapes, die die Runde machten und in den Clubs liefen. Also wieder eine erfolgreiche Platte, die aber noch niemand kaufen konnte…
Da sich Farley sowieso mit Steve zerstritten hatte – er hatte ihm kurzerhand den Beinamen „Jackmaster“ geklaut und nannte sich nun Farley ‚Jackmaster‘ Funk – nahm er bei seinem Auszug auch gleich die Idee für den Track mit.
Farley war eine wirklich grosse Nummer im Radiobereich. Jeder kannte ihn, und als er zu mir kam und vorschlug, diese Nummer neu zu produzieren, sagte ich sofort ja. Wir beide waren eigentlich nicht gerade die besten Freunde, aber wir hatten ein ganz gutes Verhältnis zueinander. Und da ich darauf angewiesen war, dass er meine Platten möglichst oft im Radio spielte, hielt ich es für eine gute Gelegenheit, ihm einen Gefallen zu tun; dann würde er schliesslich in meiner Schuld stehen.

Jesse Saunders

Seine Single „On & On“ gilt als erste House-Music Release.
mehr Info

Er hatte selbst ein kleines Arrangement von „I can’t turn around“ gemacht und bat mich, die Produktion und das Finish zu übernehmen. Nur fehlte uns noch jemand, der den Gesangspart übernehmen konnte. Ich wollte nicht singen, schliesslich war es eine Art Bootlegging, und wir dachten anfangs noch, wir würden jemandem seine Platte stehlen. Also beschlossen wir, stattdessen einen neuen Song daraus zu machen. Vince Lawrence und ich schrieben den neuen Text, Duane Buford spielte das Piano-Solo ein, Farley lieferte den Drum-Track und JuRhonda Patton und ich sangen die Background-Vocals. Aber wir konnten niemanden finden, der die Lead-Vocals singen konnte. Wir versuchten, Destry zu kriegen – Vince hatte bereits mit ihm gearbeitet – nichts. Auch Byron Stingily konnten wir nicht auftreiben. Es war bereits der dritte Tag im Studio und uns lief die Zeit davon. Den einzigen, den wir schliesslich erreichen konnten, war Darryl Pandy.

Duane Buford

Website

Ich hatte keine Ahnung, was uns erwartete, aber es war die einzige Möglichkeit, die uns noch blieb. Er kam und fing an, ganz hoch zu trällern. Man sagt ja von Darryl, er könne über fünf Oktaven singen! Aber das war es nun wirklich nicht, was wir uns vorgestellt hatten. Wir wollten, dass er wie ein Mann singt! Wir hatten halt diese ganz tiefe Isaac Hayes-Stimme im Hinterkopf. Also setzte Darryl tiefer an: „This is how it started, my dreams are broken hearted…“. Ehrlich gesagt, ich war nicht gerade begeistert. Aber es war das einzige, was wir hatten, also nahmen wir es auf.

Wir brachten „Love can’t turn around“ auf Farleys Label House Records heraus, denn auf Jes Say Records wollte ich die Platte nicht haben. Auf Anhieb verkauften wir allein in der Chicago-Area mehr als 20’000 Platten in nur drei Wochen.

Das war genau der Punkt, als mein Deal mit Warner Bros. zum Tragen kam, und ich komplett nach L.A. zog. Ich hatte bereits meinen ersten Check mit Royalties von „Love can’t turn around“ bekommen; das waren immerhin 7’500 Dollar und ich dachte nur: Cool! Ich hätte niemals damit gerechnet, mit der Platte wirklich Geld zu verdienen. Es war mehr Farleys Baby, und ich wollte ihm halt einen Gefallen tun. Nur wollten sie alle ihre Namen nicht auf die Platte schreiben, aus Angst, dass es rechtliche Konsequenzen haben könnte, weil es ja als Coverversion von Isaac Hayes angesehen werden könnte. Also benutzten wir nur meinen und Farleys Namen, und ich veröffentlichte die Platte über meine Publishingfirma. So fielen offiziell auch alle Copyrights an mich. Damals machte ich mir keine Gedanken deswegen. Was sollte schon passieren – wir verkaufen ein paar tausend Kopien, das war’s.

Ich zog nach Kalifornien, um mich ganz meinem Jesse’s-Gang-Projekt zu widmen. Und das nächste, was ich von der Platte hörte, war, dass sie N° 1 in England sei, und ich sah Darryl Pandy bei Top of the Pops. Ich wollte meinen Augen und Ohren nicht trauen! London Records hatte die Platte gesignt, und sie wurde zur Nummer eins in sieben oder acht Ländern Europas! An jeder Ecke hiess es nur noch, House Music sei DAS neue Ding!“
Quelle: Hitparade.ch

über die verschiedenen Maxi-Version: blog.funkygog.de

Love can't turn around

 
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